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Sport, Naturerfahrung und Glauben beim spirituellen Mountainbiken verbinden

© gettyimages, simonkrMountainbikenBeim spirituellen Mountainbiken nimmt man sich selbst, die Natur sowie Glaubensinhalte wahr und lässt sie auf sich wirken. Dabei bleiben die Sportler:innen auf befestigten Wegen und nehmen Rücksicht auf Natur und Mitmensch.

Die Zeit für Sport und Glaubenserfahrungen ist knapp bemessen? Dann lässt sich beides bei einer spirituellen Tour mit dem Mountainbike verbinden: Sportliche Steigungen, entspannte Strecken, Naturerfahrungen und christliche Glaubensimpulse werden zu echten Kraftspendern. Zwei Empfehlungen für Abläufe von spirituellen Mountainbike-Touren zeigen, wie sie sich individuell, aber auch als Gemeinschaftserlebnis umsetzen lassen.

„Große Freude“, empfindet Pfarrer Andreas Hannappel, wenn er von einer spirituellen Mountainbike-Tour zurückkehrt. Beim spirituellen Mountainbiken im christlichen Sinne geht es darum, Bewegung und Glaube miteinander zu verbinden. So wird beispielsweise ein Bibelvers zu Beginn der Ausfahrt an den Lenker geheftet. Während der Tour können die Glaubensworte in den Sportler:innen arbeiten und sich mit eigenen Lebenserfahrungen verknüpfen. Pfarrer Hannappel hat erfahren, wie sehr sich Mountainbiken und spirituelle Erfahrungen gegenseitig befruchten: „Bei anspruchsvollen Steigungen können Sie nicht mehr viel nachdenken, der Kopf wird frei.“ Bei gemächlicheren Streckenabschnitten können sich hingegen Entspannung ausbreiten. Der begeisterte Mountainbiker hat erfahren: „Wer entspannt ist, wird offener für Gott und die Welt.“ Dann ließen sich bewusst die Umgebung, die Vogelstimmen, die Gerüche, die Farben der umgebenden Schöpfung und der Bibelvers wahrnehmen.

Bibelsprüche für spirituelles Mountainbiken und Pilgertouren

Möglicher Ablauf für eine individuelle, spirituelle Mountainbike-Tour

Spirituelle Mountainbike-Touren lassen auch individuell durchführen. Selbstverständlich sollte dabei Rücksicht auf Natur und Mitmensch genommen werden, die gängigen Verkehrsregeln für Radfahrende sowie spezielle Empfehlungen fürs Mountainbiken sollten auch hier beachtet werden.

Ein möglicher Ablauf ist hier in Anlehnung an den Bericht „Spiritualität und Bewegung“ von Andreas Hannappel anlässlich seiner Studienzeit 2019 vorgeschlagen:

Vor dem Start

  • Zu Beginn können Sie einen Bibelvers aussuchen oder die Tageslosung wählen.         
  • Der Bibelvers wird am Lenker gut sichtbar und sicher befestigt, bzw. geklebt.
  • Nehmen Sie intensiv wahr, wie Sie sich während des Starts fühlen. Gibt es eine Frage, die Sie für sich beantworten möchten?

Steigungen und Abfahrten: Konzentration und „bei sich sein“

  • Bei Steigungen kann sich ein Versunkensein einstellen. Steile Passagen laden dazu ein, ganz und gar bei sich zu sein - in diesem Moment mit den Gedanken und dem Körper präsent zu sein. Das machte den Kopf leer. Welches Gefühl stellt sich ein, wenn eine schwierige Anstiege überwunden wurde?
  • Abfahrten verlangen die volle Konzentration zur eigenen Sicherheit, auch dadurch werden Gedankenschleifen des Alltags unterbrochen.

Ebenere Strecken: Meditation in Bewegung

  • Ebenere, sichere Strecken laden zur „Meditation in Bewegung“ ein:
    > Machen Sie einen tiefen Atemzug und richten Sie Ihre Achtsamkeit auf das Hier und Jetzt.
    > Sie können Ihre Aufmerksamkeit nach innen richten: auf Ihr Gleichgewicht, die Bewegung, das Anspannen und Loslassen der Muskeln, die Gelenke. Fühlen Sie von den Fußspitzen aufwärts ihren gesamten Körper.
    > Sie können ihre Aufmerksamkeit nach außen richten: die Gerüche, Geräusche und Farben der Umgebung bewusst wahrnehmen.
  • Während ruhigerer, sicher befahrbarer Strecken kann hin und wieder ein Blick auf den Bibelvers geworfen werden.
  • Jetzt lässt man das Bibelwort in sich arbeiten. Gibt es eine Verbindung zum eigenen Leben? Welche Gedanken dazu tauchen auf?

Pausen

  • Genießen Sie das mitgebrachte Getränk, lassen Sie die Umgebung auf sich wirken.

Am Ziel

  • Wie fühlen Sie sich jetzt – im Vergleich zum Anfang?
    Hat sich eine Idee zu Ihrer anfänglichen Frage entwickelt?

Beginn des spirituelles Mountainbikens in der EKHN

Pfarrer Andreas Hannappel war einer der ersten, der mit dem spirituellen Mountainbiken in der EKHN begonnen hat. Im Jahr 2014 hatte er bereits einen Mountainbike-Gottesdienst auf dem Glaskopf im Taunus angeboten. Unter dem Motto „pray & ride“ sind 2021 gemeinsame Ausfahrten dazu gekommen. Seitdem er 2022 als Schulpfarrer arbeitet, genießt er vorwiegend privat spirituelle Mountainbike-Touren.

Idee breitet sich aus

Pfarrer Hannappels Idee hat bereits andere begeistert und angesteckt, wie Pfarrer Daniel Fritz von der Evangelischen Kirchengemeinde Zotzenbach. Er hat selbst erfahren: „Jedes Mal, wenn ich von der Straße in den Wald fahre, ist das eine Art Gotteserlebnis. Ich genieße die Abwechslung von steilen und ebeneren Strecken, den Halt auf dem Gipfel und den Fahrtwind.“

Gemeinschaftserlebnisse bei Mountainbike-Touren ermöglichen

An dem Erlebnis will er auch andere teilhabenlassen und plant, spirituelle Mountainbike-Touren in den Odenwald anzubieten (zu den Terminen 2023). „Ich freue mich darauf, in Gemeinschaft unterwegs zu sein“, so Pfarrer Fritz. Zum Mitfahren ist eingeladen, wer über eine mittlere Kondition verfügt, auch E-Bikes können gewählt werden. Am Ende einer Tour achtet Pfarrer Fritz ebenso auf ein gutes Miteinander: Dann wartet ein Ausklang mit Getränken vor dem Pfarrhaus.

Interesse bei kirchenferneren Menschen

Pfarrer Fritz´ Erfahrungen mit dem Angebot sind positiv: „Beim letzten Mal waren rund 30 Leute dabei. Drei Viertel der Mitfahrenden hatten bis dahin kaum einen Draht zur Kirche. Es war toll, durch die Tour den Kontakt zu den Menschen herzustellen.“ Das Feedback sei deutlich gewesen: „Bitte wieder!

Ablauf für eine Gruppen-Ausfahrt: Empfehlungen für interessierte Kirchengemeinden:

Wer in seiner Kirchengemeinde ebenfalls ein Gemeinschaft stiftendes Mountainbike-Angebot machen möchte, dem empfiehlt Pfarrer Hannappel:

  1. Treffen in oder vor der Kirche am späten Nachmittag oder frühen Abend:
    Impuls mit einem Gebet oder Psalmwort
  2. Fahrt zu einem Gipfel oder einem schönen Aussichtsplatz in einem Mittelgebirge der Umgebung:
    Dort eine kleine Andacht zum Psalmwort
  3. Ankunft in der Kirche mit Abschluss:
    Fürbitten, Vaterunser und Segen.

Gebete und geistliche Impulse für spirituelle Fahrrad- und Moutainbike-Touren

Radpilgern und Fahrradfahren als Sinnbild des Lebens

Schon seit längerem wurden in Schwaben und der Schweiz christliche Mountainbiketouren angeboten, allerdings kam dort die Initiative eher aus der freikirchlichen Szene. Wer allerdings bevorzugt entspannter beim Fahrradfahren unterwegs sein möchte, auf den warten ausgebaute Radpilgerwege und Radwegekirchen. Manche erleben das Fahrradfahren als Sinnbild für das Leben und den Glauben: „Die Schlenker im eigenen Leben annehmen und aus ihnen die Kraft für die Fahrt gewinnen, Kraft geben und nehmen, Drücken und Loslassen in Einklang bringen, im Team gemeinsam den Kampf gegen den Wind aufnehmen“, schreibt beispielsweise Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und ehemaliger Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt in den Theologischen Impulsen 27. Und auch Pfarrer Hannappel hat Verbindungen er-fahren: „Das Rad folgt dem Blick. Und das Leben folgt unserem Herzen.“

mehr über das Radpilgern

[RH, AH, DF]

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Mittelgebirge – eine Einladung zum Losfahren

Dabei ist das Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) geradezu geschaffen für christliches Mountainbiken, denn es ist reich an Mittelgebirgen:

  • Gladenbacher Bergland,
  • Odenwald,
  • Rheinhessisches Hügelland,
  • Taunus,
  • Vogelsberg,
  • Westerwald.

Wer eins ist mit sich selbst, ist stark.
Aber wer ist das?

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