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Meditation zu Himmelfahrt: Den Himmel im Alltag verankern

EKHN/RahnHimmel im Sommer"Von dem Allmächtigen seist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab." 1Mo 49,25

Am 18. Mai 2023 zieht der Himmelfahrtstag viele in Freie, er ist ein bundesweit gesetzlicher Feiertag. Christ:innen erinnern dann an die Himmelfahrt Jesu, manche zelebrieren den Vatertag. Aber worum geht es eigentlich an Himmelfahrt? Der Tag thematisiert Herausforderungen, die uns auch heute bewegen: Den Übergang zwischen zwei Lebensabschnitten. Für die einen ist es beispielsweise der Auszug von zu Hause und der Einzug in die erste eigene Wohnung - oder er endgültige Abschied eines geliebten Menschen, nach dessen Weggang wir uns ein Stück weit neu ausrichten. Die Lebensübergänge verbindet etwas Gemeinsames: Zum einen steht ein Abschied im Mittelpunkt, zum anderen richtet sich der Blick auf neue Herausforderungen, die vor einem liegen.

Abschied verarbeiten, aber neue Perspektive im Blick

Eine solche Situation veranschaulicht der Himmelsfahrtstag. Für die Jünger Jesu war seine Himmelfahrt erst einmal ein trauriges Ereignis. Sie mussten sich von Jesus, wie er ihnen vertraut war, verabschieden. Die Apostelgeschichte der Bibel berichtet, wie Jesus aufgehoben wurde und eine Wolke ihn wegnahm. Seine Jünger hatten ihm nachggesehen, wie er in Richtung Himmel fuhr. Viele Christ:innen gehen von einer symbolischen Erzählung aus. So vermittelt die Himmelfahrtserzählung: Jesus ist endgültig bei Gott im Himmel angekommen. Kurz vorher hatte Jesus seine Jünger allerdings mit einer neuen Aufgabe beauftragt: Sie sollten bezeugen, was sie mit ihm erlebt und von ihm gelernt haben. Der Blick nach vorn gehören dazu.  

Konkrete Vorstellung über das Wesen Gottes im Himmel

Diese Beauftragung an die Jünger hat eine Kraft, die jeden einzelnen Tag neu bereichern kann. Mit seinem Leben hat Jesus gezeigt, wie Gott ist. Und er hat uns vorgelebt, wie auch wir eine tiefere Dimension in unserem Leben entdecken können.“ 

Davon erzählen die Evangelien der Bibel:

  • Indem wir uns, Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst,
  • indem wir unsere Feinde lieben,
  • indem wir uns Zeit für unseren Glauben nehmen,
  • indem wir Gemeinschaft pflegen,
  • indem wir Hilfsbereitschaft entwickeln 
  • und Orte suchen, an denen wir gebraucht werden.

Pause für die himmlische Dimension

Davon und von vielen weiteren Eigenschaften Gottes sollten die Jünger anderen Menschen erzählen - und danach handeln. Das lässt sich auch heute umsetzen. Jeder Tag bietet Chancen, den Alltag zu unterbrechen, um darin eine  tiefere Dimension zu entdecken. Der Blick in den Himmel und die Weite des Lebens lassen aufatmen und wahrnehmen, dass über, im und hinter dem Alltag noch eine andere Tiefe ist. Es existiert noch ein ganz anderer Teil der Wirklichkeit. Es gibt etwas, das weit über das hier Sichtbare hinausweist, etwas, das uns behütet – bis in den Tod und sogar darüber hinaus. So steht der Himmel symbolisch für die geistliche Dimension des Lebens.

Geistliche Übung:  den Himmel im Alltag verankern

Jeder Tag lädt zu einer kleinen meditativen Pause ein, um den Blick zum Himmel zu richten. Fragen helfen dabei, die Perspektive Gottes in seinem persönlichen Alltag zu verankern. 

  • Wie möchte ich als von Gott geliebtes Geschöpf meinen Tag achtsam gestalten?
  • Mit welcher Herzens-Stimmung gehe ich an meine Aufgaben heran?
  • Auf welche Menschen kann ich heute neu oder einmal ganz anders zugehen?

Die Fragen kann jeder an seine persönliche Lebenssituation anpassen. Der ganz normale Alltag kann damit zum Übungsfeld für den christlichen Himmelsglauben werden. Und dieser Glaube kann wiederum den Alltag prägen.

Unterstützung für die tägliche Praxis auf dem Smartphone:

 App "XRCS - EXERCISE: Gottes Gegenwart im Alltag entdecken"

Unterstützung bei großen Lebensabschnitten

Aber auch für die großen Abschnitte unseres Lebens, wie beispielsweise der Auszug der Kinder, kann der Himmelfahrtsglaube eine Orientierung bieten. Der Glaube kann den Eltern die Zuversicht schenken, dass ihr Kind auch in schwierigen Zeiten von Gott gesehen und von ihm behütet ist.

Hintergrund  des Himmelfahrtstages: 

Vierzig Tage nach Ostern erinnern Christinnen und Christen an die Himmelfahrt Jesu. Aus historischen Berichten ist bekannt, dass Christi Himmelfahrt bereits um das Jahr 380 gefeiert wurde. Himmelfahrt ist damit eines der ältesten Feste der Christenheit. Die Kirche feiert an diesem Tag die endgültige Aufnahme Jesu bei Gott. Auf den Konzilien späterer Jahrhunderte wurde dann formuliert: Jesus  sitzt zur Rechten Gottes und wird wiederkommen in Herrlichkeit. Der Begriff „Himmelfahrt“ ist dabei nicht wörtlich zu verstehen, sondern er entstammt der Bildersprache. Schon die hebräische Bibel hat die Beziehung von Himmel und Erde farbig ausgemalt - zum Beispiel im Bild von der Himmelsleiter, auf der die Engel auf und nieder steigen. Der symbolische Betriff bedeutet für den christlichen Glauben: Christus wohnt nicht über den sichtbaren Wolken des physischen Himmels. Sondern: Er ist bei Gott.

Die Bibel erzählt von einer Reihe anderer Himmelfahrten. Sie berichtet über Entrückungsgeschichten von Mose und Elia. Auch in den altorientalischen Religionen sind Himmelsreisen bekannt. Der Koran erwähnt eine Himmelfahrt Mohammeds. Und im 2. Korintherbrief schreibt der Apostel: „Ich weiß von einem Menschen in Christus, der … ins Paradies entrückt wurde und unsagbare Worte hörte, die kein Mensch aussprechen darf.“ 2. Korinther 12,2 – 4

Mehr über Himmelfahrt und Vatertag 

RH 

Quellen:

Theologische Impulse und Geistliche Übung von Dr. Klaus-Volker Schütz 

Bibel: Apostelgeschichte nach Lukas 1ff

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aber seid getrost,
ich habe die Welt überwunden.

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