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Muttertag und die Wünsche der Mütter

© gettyimages, shinyfamilyMuttertagTrotz mancher Kritik am Muttertag - viele Mütter freuen sich über Aufmerksamkeiten

Muttertag – eine gute Gelegenheit, um Danke zu sagen. Oft sind Mütter oder Menschen, welche die Mutterrolle ausüben, die ersten Ansprechpartner:innen, wenn es um Bedürfnisse, kleine Erfolge, Entdeckungen und Sorgen geht. Dazu kommt die Organisation rund um Haushalt und Familie - wobei die Väter zunehmend Mitverantwortung tragen. Zum Dank erhalten Mütter am Muttertag oft Selbstgebasteltes, Blumen, Pralinen oder ein selbst gezaubertes Frühstück. Der Termin für die Würdigung ist festgelegt: Der Muttertag wird jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai begangen - diesmal ist es der 14. Mai 2023.

Wenn es knirscht am Muttertag

Allerdings hat der Muttertag nicht nur Befürworter: So kritisieren manche, dass er als Symbol für die idealisierte Kleinfamilie gelte. Zudem könne ein einziger Tag der Würdigung nicht wett machen, dass Mütter in der übrigen Zeit oft zurückstecken müssten. Es kann auch vorkommen, dass sich einige Familienmitglieder unwohhl am Muttertag fühlen, wenn die Beziehung zur Mutter von tiefgreifenden Konflikten geprägt ist. Grundsätzlich befürwortet die Bibel, Mütter zu würdigen, beispielsweise im vierten Gebot: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ (2. Mose 20,12) Auch Jesus wiederholt es mehrmals. Aber einige seiner Aussagen lassen erahnen, dass es in der Beziehung zu seiner eigenen Mutter auch geknirscht hat (Matthäus 12,46). Kurz vor seinem Tod zeigt sich Jesus jedoch versöhnlich und fürsorglich gegenüber seiner Mutter. Er bittet sie, seinen Lieblingsjünger als Sohn anzusehen. Von diesem Moment an soll dieser Jünger die Mutter Jesu aufgenommen haben (Johannes 19,26).
Auch wenn damals wie heute nicht alles ideal ist: Viele Mütter freuen sich über Aufmerkamkeiten auch am Muttertag.

mehr über Mütter in der Bibel

Das wünschen sich Mütter wirklich zum Muttertag

Aber was wünschen sich die Mütter für diesen Tag wirklich? In den Social-Media-Kanälen der EKHN wurden die Mütter selbst nach ihren Wünschen für diesen Tag gefragt. Die Wünsche motivieren, mit Kreativität und liebevollen Gesten auch Taten folgen zu lassen. Das sind die Antworten der Mütter:

"Ich würde sehr gerne mal nichts 'müssen'!"

"Männer, die sich selbstverständlich  für den Haushalt verantwortlich fühlen."

"Ich wünsche mir tatsächlich mal echte Freunde."

"Zeit mit meiner Familie zu verbringen ist das schönste Geschenk!"

"Gesundheit und weniger Ängste"

"Zum Abschluss des Muttertages ein schönes Konzert."

"Frieden, Liebe, Zeit und die Kraft, mich dafür stark  zu machen."

Geschichte des Muttertages

Wurzeln im Mittelalter

Doch wer kam auf die Idee, die Wertschätzung für Mütter am Muttertag in den Mittelpunkt zu stellen?Bereits im 13. Jahrhundert soll der englische König Heinrich III den sogenannten Mothering Sunday eingeführt haben, um Mutter Kirche zu ehren. Kinder und Erwachsene sollten an diesem Tag ihre Mutter besuchen, um sich bei ihr zu bedanken.
Frauen aus Friedensgruppen in den USA versuchten Ende des 19. Jahrhunderts, einen Muttertag zu etablieren. Sie dachten an die Mütter von Soldaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg gefallen waren.

Beziehung zur Mutter lebendig halten 

Als Mutter des Muttertags gilt die methodistische Christin Anna Marie Jarvis. Zum Gedenken an ihre verstorbene Mutter gestaltete sie am 12. Mai 1907 in Grafton (USA) ein Memorial Mothers Day Meeting. Sie drängte erst ihre methodistische Kirche, jedes Jahr den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag zu feiern. Dann bewegte sie Politiker – mit Erfolg. 1914 wurde der Muttertag erstmals als offizieller Feiertag in den USA begangen. 

Aus der Frauen-Friedens-Bewegung entstanden, wurde der Muttertag zum Objekt der Begierde, um ihn zu vermarkten. Seine Kommerzialisierung wurde Anna Marie Jarvis schnell zu viel. Sie bereute, ihn begründet zu haben.

Der Ehrentag wurde missbraucht

Zu spät. Der Muttertag war längst ein Exportschlager. Aus Amerika wanderte er nach Europa. In Deutschland wurde er ab den 1920er Jahren begangen. Besonders der Blumenhandel pushte ihn mit dem Werbespruch: „Ehret die Mutter!“ Gefundenes Fressen für die Nationalsozialisten. Die Idee passte hervorragend zu ihrem Wahn der Vermehrung ihres Herrenmenschen. Sie machten 1933 den Muttertag zum offiziellen Feiertag in Deutschland. Sie zelebrierten ihn als „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ mit Reichsmütterdienst, Mütterweihen und Mütterkreuzen.

Erinnern an Mütter in Not

Der Muttertag überstand das NS-Regime und den Zweiten Weltkrieg. Heute ist er in Deutschland ein nicht-gesetzlicher Feiertag. Nach wie vor lässt er das Blumengeschäft florieren. Blumenläden dürfen trotz Sonntagsruhe in der Regel offen haben.  

Verschiedene Kirchengemeinden versuchen, an den Ursprung des Muttertags in der Friedensbewegung anzuknüpfen. So beten Gemeinden in den Gottesdiensten am Muttertags-Sonntag für Mütter, deren Kinder im Krieg getötet wurden. An einigen Orten ist die Kollekte Bildungsprojekten für Mütter und Mädchen in Entwicklungsländern gewidmet oder für Notleidende. 

[Martin Vorländer, RH]

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